Die “Elefanten – Blase”

25 September.2019 / 0 Kommentare
Die Elefanten schotten sich nach außen ab…

Einige Medien haben mitgezählt: Sechs Elefantenrunden soll es in diesem Wahlkampf gegeben haben.  Das Format der „Elefantenrunde“ feiert heuer übrigens Jubiläum. Vor 50 Jahren hat in Deutschland die erste Elefantenrunde stattgefunden, die Runde der „gewichtigen“ Parteichefs.
In diesem Wahlkampf zeigt sich ein häufig zu beobachtendes „Elefanten“-Phänomen: die „Elefanten – Blase“.

Nehmen wir als Beispiel die Elefantenrunde der Privat – TV- Sender (22.9.2019).
Im ersten Drittel diskutieren die Teilnehmer*innen über Transparenz, Parteienfinanzierung sowie über Skandalisierungen und Skandale. Erst nach einer Stunde taucht der Klimaschutz im Gespräch auf. Doch der Blick in die Zukunft wird gleich darauf verstellt von der Asylpolitik und den mutmaßlichen Versäumnissen in der Vergangenheit.
Gleichzeitig veröffentlichen mehrere Medien Analysen über jene Themenfelder, die für Österreicher*innen am wichtigsten seien: Ländlicher Raum, Migration und Integration, Bildung, Klima/Umwelt, Gesundheit und Pflege (Kleine Zeitung, 23.9.2019)

Die Wähler*innen entscheiden mit ihrem Wahlverhalten über die Zukunft, über die nächsten fünf Jahre. Eigentlich müsste zählen, welche Partei das jeweils beste „Zukunftsangebot“ vorweisen kann. Zur Abschätzung dieser Frage zählt natürlich auch dazu, wie sich die Parteien in der Vergangenheit verhalten haben. Aber die Vergangenheitsperspektive sollte nur ein Kriterium von vielen anderen sein.
Die „Elefanten – Blase“ hingegen arbeitet sich schwerpunktmäßig an der Vergangenheit ab. Die Diskussionsleiter*innen sind Teil dieser Blase, sie geben ja die Diskussionsthemen vor. Die von der Kleinen Zeitung aufge

Wenn man sich die hohen Einschaltziffern anschaut, muss man durchaus zum Schluss kommen: Die Sachthemen allein sind wohl nicht für das hohe Interesse verantwortlich. Neue Botschaften gibt es in der Endphase des Wahlkampf praktisch nie, alles ist schon bekannt. Also speist sich das Interesse wohl auch an der Dynamik der Diskussion: Wer „siegt“, wer zählt zu den Losern? Es ist ein Wettkampf, ein Wettkampf mit durchaus sportlichem Charakter. Nichts Schlechtes an sich, aber kein Indiz dafür, dass die Gesellschaft durch und durch politisiert ist.
Die Meinungsforscher bestätigen indirekt diesen Eindruck. Sowohl Christoph Hofinger (SORA) als auch die Politikwissenschafter Peter Filzmaier und Fritz Plasser sagen: Das Bild, das die „Elefanten“ in der Öffentlichkeit abgeben, habe sich bereits verfestigt, es könne nur noch zu graduellen Verschiebungen im Hinblick auf das Wahlergebnis kommen.