An die Arbeit, SPÖ!

12 Oktober.2019 / 0 Kommentare

Vor Jahren noch ist es die FPÖ gewesen: Die Freiheitlichen haben in den obersteirischen Industriestädten die Sozialdemokraten bei Wahlen abgesaugt. Viele Arbeiter und Menschen, die sich als solche verstanden haben, sind von der SPÖ zur FPÖ gewechselt. Die letzte Nationalratswahl hat gezeigt: Auch die Volkspartei macht sich breit in der obersteirischen Industrieregion, die Wahlergebniskarte hat sich türkis eingefärbt. Der Falter – Journalist Lukas Matzinger ist in der Obersteiermark auf Ursachensuche gegangen, woher die Unzufriedenheit mit der SPÖ stammt. Seine Reportage ist auch in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Daraus einige Auszüge, die der steirischen SPÖ für die Landtagswahl zu denken geben sollten:

„Dabei wären die Arbeiter der Obersteiermark ganz hungrig auf gute, politische Gespräche. Die rote Großpartei war hier einmal fast allmächtig, das hat zur Folge, dass sie bis heute für fast alles verantwortlich gemacht wird.

Die Gäste im Kapfenberger Café Anneliese und in vergleichbaren Orten im Murpott wählen unter anderem deshalb nicht mehr SPÖ, weil die Ausländer die Kurven so schneiden, weil sie als Patient im Krankenhaus keine Ansprechperson hatten, weil der ORF keinen Fußball mehr zeigt, weil die Zufahrtsstraße so kaputt ist, dass der Alfa Romeo es auch wird, weil die Stadt Kapfenberg zu viel Geld für eine Gehirn-Skulptur neben der S6 bezahlt hat, weil die SPÖ für den Zwölf-Stunden-Arbeitstag gestimmt habe, weil die nächste Polizeidienststelle geschlossen hat, weil die Hausbetreuer die Wege zu sehr salzen und die Parkplätze nicht mit Strichen markiert sind, weil der Fußballklub DSV Leoben nur mehr unterklassig spielt oder weil junge Türken auf dem Gehsteig nicht ausweichen.

Dagegen ließe sich von jeder mobilen Partei-Einsatztruppe argumentieren. Aber würden die Menschen den Widerspruch von roten Klinkenputzern wirklich hören wollen, oder sind sie unüberwindbar gekränkt?“

Hier zum Artikel:

https://www.sueddeutsche.de/politik/spoe-oesterreich-genossen-wir-muessen-reden-1.4633419